Mittwoch, 1. Oktober 2014

"EBOLA, MALARIA, GELBFIEBER, HIV: DIE LISTE DER POTENZIELLEN KRANKHEITEN FÜR FERNREISENDE IST LANG.

http://www.ad-hoc-news.de/fernreise-urlauber-unterschaetzen-krankheiten--/de/News/39237575

"EBOLA, MALARIA, GELBFIEBER, HIV: DIE LISTE DER POTENZIELLEN KRANKHEITEN FÜR FERNREISENDE IST LANG. "



Viren und Co.

Fernreise-Urlauber unterschätzen Krankheiten


Erst zum Arzt und dann unbeschwert das Strandleben genießen.
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Erst zum Arzt und dann unbeschwert das Strandleben genießen.

Ebola, Malaria, Gelbfieber, HIV: Die Liste der potenziellen Krankheiten für Fernreisende ist lang. Nach Ansicht von Experten holen aber zu wenige Menschen vor dem Start ärztlichen Rat ein.
Trotz vieler Gefahren lassen sich nach Expertenangaben noch immer zu wenige Fernreisende zuvor von einem Mediziner beraten. „Nur etwa jeder Zweite informiert sich vor Reisebeginn über die persönlichen Risiken am jeweiligen Ort“, berichtete Tomas Jelinek vom Berliner Centrum für Reisemedizin am Freitag in Nürnberg.
Der Reisemediziner beruft sich dabei auf eine nicht repräsentative Befragung von 2000 Reisenden auf dem Münchner Flughafen. Reiseveranstalter kämen nach seinem Wissen zu ähnlichen Zahlen.
Nach Jelineks Beobachtungen unterschätzen viele Menschen die Gefahr, im Ausland zu erkranken. Die Situation sei für jeden Menschen unterschiedlich, was eine individuelle Beratung durch einen spezialisierten Arzt erforderlich mache.
Selbst bei Pauschalreisen in Länder wie die Türkei könne ein Gespräch mit Medizinern hilfreich sein. Des Weiteren wären viele Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herzschädigungen im Ausland erhöhten Risiken ausgesetzt.

Malaria, Gelbfieber oder Tripper sind immer eine Gefahr

Im Schatten der Ebola-Epidemie gerieten außerdem andere Krankheiten in Vergessenheit. Malaria, Gelbfieber oder Tripper und HIV sind nach Ansicht des Mediziners aber weiter eine permanente Gefahr für Touristen. „Objektiv betrachtet besteht ein höheres Risiko an Malaria und HIV zu erkranken als an Ebola“, erklärte der Düsseldorfer Reisemediziner Burkhard Rieke.
Wichtig sei es, die Menschen für die „realen Gefahren“ zu sensibilisieren. Im Anfangsstadium sei Ebola wenig infektiös, erst nach etwa einer Woche steige die Ansteckungsgefahr stark an. Die schlimme Situation in Westafrika sei vor allem auf den dortigen Umgang mit der Seuche zurückzuführen. Mangelnde Infrastruktur und die Beisetzung von Toten in unmittelbarer Nähe der Häuser steigerten die Gefahren.
Im Internet finden Reisende unter der Adresse www.crm.de eine Suchmaschine, die Auskunft über Experten in der jeweiligen Stadt oder Region gibt. Hinsichtlich der entstehenden Kosten sollten Ratsuchende vorher die Krankenkasse kontaktieren. Die reine ärztliche Beratung koste aber nicht mehr als 10 bis 20 Euro, sagte Jelinek.

Reisekrankheiten - Souvenirs die unter die Haut gehen

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dpa

Im Schatten von Ebola: Malaria und AIDS

Die Ebola-Epidemie belastet Liberias Krankenhäuser: von Medikamentenknappheit bis hin zu überfordertem Personal. Wer wegen anderer Krankheiten wie HIV/AIDS und Malaria behandelt werden muss, fühlt sich vergessen.
Aufnahme von potenziellen Ebola-Infizierten in Monrovia (Liberia), September 2014 (Foto: DW/Julius Kanubah).
Die Angst geht um in Liberia. Knapp 1300 Menschen sind seit März an der fieberhaftenViruserkrankung Ebola gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt: Die Zahl der Neuerkrankungen steige exponentiell an. Doch Liberianer fürchten nicht nur, selbst das Virus zu bekommen. Auch die Angst, zu Unrecht als Ebola-Fall eingestuft zu werden, ist groß. "Krankenhäuser bereiten mir große Angst", sagt Roland Shad, ein Einwohner der Hauptstadt Monrovia. "Ebola ist so ein großes Thema. Auch wenn du hier nur eine normale Malaria hast, werden sie sagen, es ist Ebola." Die Aussicht auf eine falsche Diagnose und Tage oder Wochen auf der Isolierstation ist für ihn wenig erfreulich.
Liberianer stehen Schlange, um ein Ebola-Behandlungszentrum zu sehen (Foto: DW/Julius Kanubah).
Schlange vor einem Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia
Annie Chea pflichtet ihm bei. Sie wohnt in New Kru Town, einem nahegelegenen Slum. "Auch bei Kopfschmerzen schließen die Menschen gleich auf Ebola. Deswegen habe ich Angst, ein Krankenhaus zu besuchen." Durchfall und hohes Fieber sind typische Symptome für Ebola, treten aber genauso bei Malaria-Patienten auf. Alle Durchfall- und Fiebererkrankungen sollen nun laut dem liberianischen Gesundheitsministerium als Ebola-Verdachtsfälle behandelt werden.
Desolates Gesundheitssystem
In New Kru Town befindet sich auch das renommierte Redemption Hospital - ein Krankenhaus, das über eine eigene Ebola-Isolierstation verfügt. Dort arbeitet der Krankenpfleger James Gbatah. Seine Botschaft an die Liberianer: "Habt keine Angst! Denkt nicht, dass Krankenhäuser nicht sicher sind. Ein Krankenhaus ist der beste Ort für alle Patienten. Wenn ihr eine Krankheit nicht versteht, könnt ihr dort Hilfe bekommen."
Krankenpfleger James Gbata vor einem Krankenwagen in Monrovia (Liberia), September 2014 (Foto: DW/Julius Kanubah).
Krankenpfleger James Gbata
Doch was im Normalfall gelten mag, stellt die Ebola-Epidemie in Frage. Denn die Verzweiflung hat längst auch das medizinische Personal erreicht. "Nach dem Ebola-Ausbruch haben wir im Juli Dr. Samuel Brisbane verloren", berichtet Daylue Goah, ein Medienvertreter des John F. Kennedy Memorial Medical Center, eines der größten Krankenhäuser in Monrovia. "Nach seinem Tod sind die meisten Mitarbeiter buchstäblich um ihr Leben gerannt. Ohne die Pfleger ergriffen schließlich auch die Patienten die Flucht - sie unterschrieben, das Krankenhaus entgegen ärztlichem Rat zu verlassen." Das Beispiel zeigt, wie das liberianische Gesundheitssystem in Folge der Epidemie regelrecht zum Erliegen gekommen ist.
Keine Hilfe für AIDS-Patienten
Die große Aufmerksamkeit für Ebola überdeckt dabei andere Probleme. Denn trotz der hohen Zahl an Todesfällen in Westafrika ist die Krankheit weit davon entfernt, Afrikas Killer Nummer eins zu werden. Zu den gefährlichsten Krankheiten gehört neben Malaria auch HIV/AIDS. Dem Virus fallen jährlich rund 1,6 Millionen Menschen zum Opfer - ein Großteil davon in Afrika. In Liberia sind mehr als 10.000 Menschen HIV-positiv. Einer von ihnen ist Joejoe Baysah. "Seit dem Ausbruch der Ebola-Seuche ist die ganze HIV-Aufklärung praktisch zum Stillstand gekommen", sagt der 45-Jährige, der schon seit zwölf Jahren die antiretrovirale Behandlung bekommt. "Der Zugang zu Medikamenten ist ein Problem, weil viele Krankenhäuser geschlossen sind."
Frauenrechtlerin Cynthia Quaqua in Monrovia (Liberia), September 2014 (Foto: DW/Julius Kanubah).
Frauenrechtlerin Cynthia Quaqua
Geschlossen sind laut Baysah auch viele HIV-Behandlungszentren, die eine Mutter-zu-Kind-Übertragung des Virus verhindern sollen. Für Cynthia Quaqua, die Vorsitzende des liberianischen Netzwerks für die Stärkung der Rolle der Frauen, ist das ein Skandal: "Unsere Mitmenschen sterben einfach so. Wir haben keine guten Behandlungszentren mehr, und alle Welt kümmert sich nur um Ebola." Gerade habe sie wieder vom Tod eines kleinen Kindes erfahren. Seine Mutter hatte es bei der Geburt infiziert. "HIV/AIDS ist heute in Liberia kein Thema mehr."

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