Samstag, 14. März 2015

Behandlung mit "Eau de Mensch-Die trojanische Kuh

http://www.geo.de/GEO/natur/tierwelt/kuriose-forschung-die-trojanische-kuh-80153.html

KURIOSE FORSCHUNGDie trojanische Kuh

Agenor Mafra-Neto, Unternehmer aus Riverside, USA, entwickelt ein Parfum, das Rinder wie Menschen riechen lässt – um Malariamücken abzulenken

Behandlung mit "Eau de Mensch": der Parfumeur vor seinem Zielobjekt (Foto von: www.iscatech.com)


Behandlung mit "Eau de Mensch": der Parfumeur vor seinem Zielobjekt

Dr. Mafra-Neto, was hat Sie auf diese Idee gebracht?


Ich fand es erstaunlich, wie wählerisch Malariamücken sind: Auf der Suche nach einer Blutmahlzeit ignorieren manche Arten bestimmte Wirbeltiere völlig, obwohl diese theoretisch ebenfalls als Opfer geeignet wären. Irgendwann wurde ich den Gedanken nicht mehr los, dass man die Mücken durch Menschengeruch auf Tieren ablenken muss, um sie als Überträger des Virus auf den Menschen auszuschalten.

Kann man denn so wirklich Epidemien bekämpfen?


Wohl schon, denn eine Malariamücke lebt nur etwa 20 Tage lang und trinkt in dieser Zeit meist nur zwei- bis dreimal das Blut eines Menschen. Um den Erreger zu übertragen, muss sie erst einen infizierten und danach einen gesunden Menschen stechen. Wenn die Mücke nur eine ihrer Mahlzeiten auf einer Kuh einnimmt, sinkt die Wahrscheinlichkeit stark, dass sie noch einen Menschen infiziert.

Wonach riecht denn Ihr Menschen-Parfum?


Eigentümlich ist beim Menschen etwa eine starke Milchsäurenote. Die Mischung haben wir künstlich hergestellt. In hoher Dosis riecht sie vielleicht etwas nach Hühnersuppe. Kühe und Ziegen scheint der Geruch nicht zu stören. Aber die Mücken erkennen den Duft sofort.

Schaden die Mücken denn den Kühen?


Malaria bekommen die Rinder jedenfalls nicht. Und viele der Insekten, mit denen die Tiere sich ohnehin herumplagen, werden durch das Menschen-Parfum wohl eher abgeschreckt. Idealerweise kombiniert man unsere Rezeptur mit einem Insektizid. Wurde die Kuh etwa mit einem in Afrika gängigen Entwurmungsmittel behandelt, stirbt die Mücke nach dem Stich.

Donnerstag, 12. März 2015

Internationale Auszeichnung „Humanity in Science“ für Malariaforschung aus Berlin und Magdeburg

https://idw-online.de/de/news627231








11.03.2015 14:40
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Internationale Auszeichnung „Humanity in Science“ für Malariaforschung aus Berlin und Magdeburg

Carsten Wette Stabsstelle für Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin
    Der Chemiker und Biochemiker Prof. Dr. Peter H. Seeberger und der Verfahrenstechniker Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern wurden mit dem renommierten internationalen Preis „Humanity in Science“ ausgezeichnet. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam sowie Professor an der Freien Universität Berlin, und Seidel-Morgenstern, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg sowie Professor für Chemische Verfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, wurden für ihre „bahnbrechende Arbeit an neuen Produktionsmethoden für Malariamedikamente“ geehrt.
    Die Auszeichnung „Menschlichkeit in der Wissenschaft“ wurde beiden auf einem Galaempfang am 10. März 2015 in New Orleans, USA, verliehen. Der Preis ist mit 25.000 Dollar (umgerechnet 22.500 Euro) dotiert. Die Auszeichnung wird von der Fachzeitschrift „The Analytical Scientist“ und dem Trenntechnikhersteller Phenomenex gestiftet.

    Beide Wissenschaftler haben eine Produktionsmethode für den Malariawirkstoff Artesunat entwickelt, um aus Pflanzenabfällen, Luft und Licht den aufgereinigten Wirkstoff zu erzeugen. Der Erfolg resultiert aus der kollegialen Zusammenarbeit zweier engagierter Forscher, die die Möglichkeit sahen, etwas Wesentliches zur Bekämpfung der Malaria beizutragen.

    Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern: „Mein Kollege Peter Seeberger hat mich nach seinem ersten Erfolg angesprochen. Ihm war die kontinuierliche Durchflusssynthese des Pflanzenwirkstoffes Artemisinin aus den Abfallstoffen der bisherigen Extraktion gelungen. Er fragte, ob wir in Magdeburg Interesse hätten, zur kontinuierlichen Synthese eine kontinuierliche Aufreinigung zu entwickeln. Da Malaria gerade unter Armen sehr verbreitet ist, versuchten wir eine sehr kostengünstige und gleichzeitig effektive Aufreinigung zu entwickeln.“

    Prof. Peter H. Seeberger betont: „Das vom Team um Andreas Seidel-Morgenstern entwickelte Verfahren ist verblüffend einfach und dennoch hochwirksam. Weitere Erfolge stellten sich im Pingpong-Verfahren ein: Wir schafften es, auch die wichtigsten Malariamedikamente, die aus Artemisinin hergestellt werden – also die Stoffe, die in die Tabletten kommen – direkt im Reaktor herzustellen. Dann gelang es den Wissenschaftlern um Andreas Seidel-Morgenstern, auch diese Wirkstoffe kontinuierlich aufzureinigen.“
    Die Ausbeute des Wirkstoffes aus der Pflanze konnte so um mehr als das Doppelte erhöht werden. Die Produktionskosten werden gleichzeitig deutlich gesenkt. Die Reinheit des fertigen Arzneistoffes – bei anderen Verfahren oft ein Problem – liegt bei 99,5 Prozent.

    Die industrielle Umsetzung der patentierten Verfahren wird von einem ausgegründeten Unternehmen vorangetrieben, der Artemiflow GmbH. Dazu wird derzeit eine Produktionsanlage in Vietnam errichtet. Professor Seeberger: „ In Vietnam haben wir einen privaten Investor gefunden, und unsere Arbeit hat auch das Interesse der vietnamesischen Regierung geweckt. Vietnam hat die Malaria im eigenen Land durch kluge Kampagnen nahezu ausgerottet – das ist eine bewundernswerte Leistung! Unsere Technologie wird dort die Existenz tausender vietnamesischer Bauern sichern, die Artemisia annua anbauen, die Pflanze, die den Rohstoff für die Medikamente liefert. Und Vietnam will den Afrikanern in einer Süd-Süd-Zusammenarbeit helfen, die Malaria auch in Afrika wirksamer und billiger zu bekämpfen.

    Weil es jenseits der Grundlagenforschung, welche von der Max-Planck-Gesellschaft gefördert wurde, keine Unterstützung gab, mussten wir selbst unternehmerisch aktiv werden, um die Technologie im Industriemaßstab zu verwirklichen. Dabei ist es die Zusammenarbeit mit einem Schwellenland, die nun den Malariakranken zugutekommen könnte“, betont Seeberger.

    Der Humanity in Science Award
    Der Humanity in Science Award ist eine internationale Auszeichnung, die von dem Trenntechnikhersteller Phenomenex und der Fachzeitschrift „The Analytical Scientist“ ins Leben gerufen wurde. Geehrt werden Wissenschaftler für Erfolge in der analytischen Wissenschaft, die einen substantiellen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschheit weltweit haben. Preisgekrönt werden kann eine Technologie, ein Prozess oder ein Produkt, welches beispielsweise die Nahrungsmittel- oder Wassersicherheit, Pharmaentwicklungen, die innere Sicherheit, Biokraftstoffe oder andere relevante Anwendungen entscheidend beeinflusst. Der jährlich vergebene Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Pittcon 2015, der weltgrößten Konferenz für Laborwissenschaften, in New Orleans verliehen.

    Bildunterschrift:
    Links: Prof. Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam, und Professor der Freien Universität Berlin
    Rechts: Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg.

    Bildquellen:
    • Links: Seeberger: MPI Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam / Anne Heinlein
    • Rechts: Seidel-Morgenstern: MPI Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg / Bastian Ehl

    Weitere Informationen:
    http://Für Medienvertreter stehen Pressebilder zur Verfügung unter:http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2015/fup-15_063-auszeichnung-hu...

    Merkmale dieser Pressemitteilung: Journalisten
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch

    Freitag, 27. Februar 2015

    Israelis gelingt Durchbruch in Malaria-Forschung

    http://www.israelnetz.com/wissenschaft/detailansicht/aktuell/israelis-gelingt-durchbruch-in-malaria-forschung-91236/

    Forscher der Hebräischen Universität hoffen, einen Beitrag zur Heilung von Malaria leisten zu können. (Symbolbild)


    Israelis gelingt Durchbruch in Malaria-Forschung

    JERUSALEM (inn) – Forschern der Hebräischen Universität in Jerusalem ist ein Durchbruch in der Forschung zur möglichen Heilung von Malaria gelungen.

    Bis zu eine Million Menschen – vor allem Schwangere und junge Kinder – sterben jedes Jahr durch den Parasiten „Plasmodium falciparum“. Dieser ruft bei Menschen die schlimmste Form von Malaria hervor.
    Der Parasit repliziert sich im zirkulierenden Blut der infizierten Personen und verändert die Oberfläche von infizierten roten Blutkörperchen. Seine Virulenz resultiert aus seiner beeindruckenden Fähigkeit, sich vor dem Immunsystem zu verstecken, indem er selektiv verändert, welche Oberflächen-Proteine er zeigt, sagte der Medizin-Professor Ron Dzikowski. Dieses ausgeklügelte Versteckspiel involviert kontinuierlich wechselnde, fremde Moleküle namens Antigene. Es kann eine Immunreaktion auslösen, die „antigenische Variation“ genannt wird. Die Studie von Dzikowski und seiner Doktorandin Inbar Amit-Avraham wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht.
    Vorherige Studien haben gezeigt, dass die Antigene, die der Parasit wahlweise anzeigt, von Mitgliedern einer Genfamilie namens Var verschlüsselt werden. Der Parasit reguliert die Expression dieser Var-Gene, sodass zu jeder beliebigen Zeit nur die genetische Information von einem Var-Gen umgesetzt wird, die restlichen Gene der Familie aber „stumm“ bleiben.
    Es ist wichtig, diesen komplexen Mechanismus zu verstehen, um zu begreifen, wie der tödliche „Plasmodium falciparum“ das Immunsystem austrickst. Die Forscher haben herausgefunden, dass genau in dem Moment des Zellzyklus, wenn ein spezifisches Var-Gen aktiv ist, entsprechende RNA-Moleküle gegenwärtig sind. Diese langen nichtcodierenden RNA-Moleküle (IncRNAs) bauen sich in DNA-Strukturen ein und bestimmen, wie der Parasit ein einzelnes Gen zur Genexpression auswählt, während der Rest der Genfamilie „stumm“ bleibt. In einer Serie von genetischen Experimenten konnten die Forscher stumme Var-Gene aktivieren, indem sie die Expression der spezifischen IncRNAs-Moleküle bewirkten.
    In Zusammenarbeit mit Dr. Eylon Yavin von der Hebräischen Universität haben die Forscher eine neue Methode entwickelt, um auf diese IncRNAs einzuwirken. Sie zeigten, dass sie durch diesen Eingriff das aktive Var-Gen unterdrücken konnten und einen Wechsel zu anderen Var-Genen veranlassen konnten, deren Genexpression ausgelöst wurde. Dadurch zeigten sie, dass IncRNAs-Moleküle eine Schlüsselrolle dabei spielen, die genetischen Mechanismen zu regulieren, die den tödlichen Parasiten dazu befähigen, das menschliche Immunsystem zu durchdringen.
    Von: mb

    Mittwoch, 18. Februar 2015

    Westafrika: Ebola-Länder wollen Epidemie bis Mitte April besiegen

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ebola-guinea-sierra-leone-und-liberia-setzen-neues-60-tage-ziel-a-1018758.html

    Hilfskräfte in Monrovia, Liberia: In dem Land werden nur noch 
    vereinzelte Neuinfektionen gemeldet
    In Guinea und Sierra Leone steigt die Zahl der neuen Ebola-Fälle wieder. Dennoch wollen die westafrikanischen Staaten die Epidemie bis Mitte April völlig eindämmen.


    Die drei von der Ebola-Epidemie am stärksten betroffenen Guinea, Sierra Leone und Liberia wollen die Zahl der Neuinfektionen binnen 60 Tagen auf null bringen. Dies hätten die Staats- und Regierungschefs der westafrikanischen Länder vereinbart, teilte das Präsidialamt von Guinea am Montag mit. Einzelheiten, wie das Ziel bis Mitte April erreicht werden soll, wurden nicht genannt. Die Politiker forderten die internationale Gemeinschaft auf, ihnen die notwendige Unterstützung zu gewährleisten.

    Hilfskräfte in Monrovia, Liberia: In dem Land werden nur noch vereinzelte Neuinfektionen gemeldet

    Montag, 16. Februar 2015

    Schreckgespenst: Resistenz gegen Malaria

    http://wochenblatt.cc/nachrichten/schreckgespenst-resistenz-gegen-malaria/31749

    Unbenannt


    Schreckgespenst: Resistenz gegen Malaria

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    In Paraguay besteht ein geringes Risiko an Malaria zu erkranken, gefährdet ist man vor allem in den Regionen Canindeyú, Alto Paraná und Caaguazú, dies soll aber nicht dazu verleiten, diese Krankheit wenig ernst zu nehmen.
    François Nosten erforscht die Geheimnisse des tödlichen Malaria-Erregers nun schon seit mehr als dreißig Jahren. Aber der Tropenmediziner ist immer noch nicht schlau aus ihm geworden. „Wir wissen viel zu wenig über den Parasiten. Wie er sich verändert. Wann er das tut und warum”. Deshalb ist der Einzeller, der durch Moskitostiche übertragen wird, nur schwer zu besiegen. Malaria tötete im vorigen Jahr mehr als eine halbe Million Menschen, die meisten waren Kinder in Afrika.
    Zwar hat es zuletzt auch ermutigende Meldungen gegeben. Die Zahl der Todesfälle ist vielerorts zurückgegangen. Manche Länder haben den Parasiten schon fast besiegt. Doch jetzt ziehen neue Gefahren auf. Spezialisten warnen, dass viele Fortschritte wieder zunichte gemacht werden könnten. Das Schreckgespenst der Anti-Malaria-Strategen heißt Resistenz.
    Forscher Nosten und andere Experten befürchten, dass Millionen Menschen sterben werden, wenn es nicht gelingt, Resistenzen gegen das Malariamittel Artemisinin in vielen Ländern zu bekämpfen.
    Wenn Malaria im Blut nachgewiesen ist und sich die Behandlung länger als drei Tage hinzieht, gilt dies Medizinern als Indiz für Resistenzen. In diesen Fällen wirkt die derzeit wichtigste Waffe im Kampf gegen den Parasiten, Artemisinin, nicht mehr so schnell und gut wie früher.
    Der Wirkstoff wird aus dem in China wachsenden Beifußgewächs Artemisia gewonnen. Ohne ihn hätten Millionen Menschen in Afrika kaum überlebt. Eine Alternative ist nicht in Sicht. Wenn die Staaten nicht handeln, ist damit zu rechnen, dass die Resistenzen immer stärker werden, bis das Medikament gegen bestimmte Stämme gar nicht mehr zu gebrauchen ist. Schon gab es im Kampf gegen die Malaria herbe Rückschläge, weil der Einzeller Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe entwickelte.
    Wie viel Zeit im Falle der Artemisinin-Resistenzen noch bleibt, weiß niemand. Doch Experten mahnen zur Eile. Gefälschte und mangelhafte Medikamente bereiten Resistenzen den Weg.
    Trotz der hohen Opferzahlen forscht die Pharmaindustrie über Malaria vergleichsweise wenig. Das große Geld ist in armen Ländern nicht zu verdienen. So dürfte es dauern, bis neu entwickelte Medikamente verfügbar sind.
    207 Millionen Menschen erkrankten im Jahr 2012 an Malaria, 627.000 von ihnen starben daran. Damit rangiert das Tropenfieber in der Liste der tödlichen Krankheiten vor den Grippeviren, die zusammengenommen im Jahr weltweit bis zu 5 Millionen Menschen befallen und bis zu einer halben Million das Leben kosten. Beim Dengue-Fieber zählen Ärzte 100 Millionen Fälle pro Jahr, davon verlaufen 25.000 tödlich.
    Wie aber lässt sich die Gefahr der Resistenzen eindämmen? Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose will das Problem grenzübergreifend angehen.
    Wie die Resistenzen genau entstehen, ist laut Nosten noch nicht ausreichend erforscht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt verschiedene Faktoren, dazu gehören eine falsche oder unzureichende Einnahme der Medikamente sowie gefälschte oder mangelhafte Präparate, die auf den Markt gelangen. Sie enthalten oft zu wenig Wirkstoff und tragen dazu bei, dass sich der Parasit gegen künftige medizinische Attacken besser wappnen kann.
    Um möglichst sicherzugehen, dass ein Medikament alle Parasiten im Blut abtötet, kombiniert man Artemisinin mit einem weiteren Malariawirkstoff. Der erste tötet viele Einzeller in kurzer Zeit. Was dann noch übrig bleibt, wird vom zweiten Mittel erledigt. Diese sogenannte Kombitherapie sollte immer eingehalten werden, aber das ist zu oft nicht der Fall. „Artemisinin ist nicht mehr so wirksam wie in den Neunzigerjahren”, beobachtet Nosten. „Heute dauert es manchmal bis zu sechs Tage, bis unter dem Mikroskop keine Parasiten mehr zu finden sind. Sie haben sich verändert.”
    Dennoch kommen Patienten mit der Kombitherapie immer noch auf die Beine. So fällt es Experten schwer, die Dimension der Gefahr zu vermitteln. Es liegen eben keine sterbenden Menschen auf den Straßen, deren Bilder um die Welt gehen und aufrütteln.
    Ein Dutzend Mal hat der Mensch Infektionskrankheiten den Krieg erklärt. Nur ein einziges Mal, bei den Pocken, war er erfolgreich. Doch 2015 könnte ein entscheidendes Datum werden. Schlägt die letzte Stunde eines Parasiten endlich?
    Quelle: Süddeutsche Zeitung, Foto: El Grafo

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    Mittwoch, 11. Februar 2015

    Die Malaria ausbremsen

    http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Uni-Kiel-will-die-Malaria-ausbremsen

    Foto: Das erfolgreiche Forschungsteam von der CAU entdeckte den Milchsäure-Transporter (v.l.n.r.): Janis Rambow, Julia Holm-Bertelsen, Binghua Wu und Eric Beitz.
    Das erfolgreiche Forschungsteam von der CAU entdeckte den Milchsäure-Transporter (v.l.n.r.): Janis Rambow, Julia Holm-Bertelsen, Binghua Wu und Eric Beitz.
    © Tebke Böschen/Uni Kiel

    Uni Kiel

    Die Malaria ausbremsen

    Von Gabriele Asmus 
    Einen Angriffspunkt, um Medikamente gegen Malaria zu entwickeln, haben Wissenschaftler mit Beteiligung der Kieler Uni entdeckt. Professor Eric Beitz, Projektleiter der Studie, spricht von Grundlagenforschung und von einem Weg, der in ein paar Jahren zum Ziel führen könne.
    Kiel. Er sieht darin einen „neuen und sehr spannenden Ansatz“, die Tropenkrankheit zu bekämpfen. „Wir wollen als nächstes Moleküle entwickeln“, kündigt der Kieler an, „die die Erreger stoppen können.“
    Ziel ist, die rapide Vermehrung des Erregers im Körper – er kann in zwei Tagen zur 32-fachen Menge anwachsen – zu verlangsamen. Das gebe dem menschlichen Immunsystem die Möglichkeit, sich gegen Malaria zur Wehr zu setzen. In der Vergangenheit hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der Todesopfer durch die Tropenkrankheit weltweit im Jahr auf fast eine Million geschätzt, die Hälfte von ihnen waren Kinder unter fünf Jahren. Inzwischen geht die Zahl laut Weltmalaria-Report zwar zurück, er nennt für 2013 aber immer noch fast 600000 Opfer.
    Der Malaria-Erreger ist ein Parasit, der durch den Stich von weiblichen, infizierten Anopheles-Mücken übertragen wird. Zu den Symptomen zählen wiederkehrendes Fieber, Schüttelfrost, Magen-Darm-Beschwerden und Krämpfe, die das Immunsystem schwächen. 90 Prozent der Erkrankten leben in Afrika. Und immer noch gelten Moskitonetze als der wichtigste Schutz vor dieser Krankheit.
    Im Malaria-Erreger haben die Kieler nun zusammen mit ihren Kollegen vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin den Milchsäure-Transporter gefunden. Den hatten Forscher seit Jahrzehnten vergeblich gesucht. Bekannt ist schon seit den 1940er Jahren, dass der Erreger sich besonders effizient ernährt und vermehrt, wenn Glukose im ausreichenden Maß im Blut vorhanden ist. Beim Abbau dieser Zuckerart produziert er Milchsäure, die als Abfallprodukt im fortgeschrittenen Stadium der Malaria einen herabgesetzten pH-Wert verursacht. Diesen Abfall muss er wegtransportieren, um nicht selbst abzusterben. Den Transporter konnten die Kieler und die Hamburger nun identifizieren: Ihre Forschungsergebnisse sind in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht worden.
    Wichtig war die Entdeckung, dass der Bautyp des Transporters sich von dem des Menschen grundlegend unterscheidet. Denn daraus ergibt sich, erklärt Janis Rambow vom Pharmazeutischen Institut in Kiel und Erstautor der aktuellen Studie, „der Milchsäure-Transporter könnte hervorragend als Angriffspunkt für die Entwicklung dringend benötigter, neuer Antimalaria-Wirkstoffe dienen“. Diese würden dann lediglich den Malaria-Erreger blockieren, nicht aber den Stoffwechsel des Menschen.
    Transporter sind Proteine, die Stoffe in Zellen hinein beziehungsweise aus ihnen heraus transportieren. Beitz erklärt: „Der Milchsäure-Transporter ist ein lebenswichtiger Mechanismus für den Erreger. Wir wollen als nächstes Moleküle entwickeln, die das Ausscheiden der Milchsäure durch die Erreger stoppen können.“ Von diesem Weg verspricht sich das Team um Beitz die Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente. „Es ist nicht auszuschließen, dass es auch andere Wege gibt“, sagt Beitz zur Grundlagenforschung. Aber bisher sprächen die Indizien dafür, dass die Forscher hier den einzig erfolgreichen Weg entdeckt hätten.

    Mittwoch, 28. Januar 2015

    Der Kampf gegen Malaria entscheidet sich in Burma ?






    Wer diesen Blog etwas aufmerksamer verfolgt, wird feststellen, dass bei der Suche nach Auswegen aus der Malariafalle die alleinige Konzentration auf  Medikamente nicht erfolgsbringend ist. Zuwenig wird  in der Malariastrategie die Rolle des gesundes Wassers und der gesunden Ernährung im Zusammenhang mit der Hygiene betrachtet.
    Und schon gar nicht wird die Anwendbarkeit von Chlordioxidwasser geprüft.Ich meine dabei nicht das sog. MMS, sondern solches Chlordioxidwasser, das den europäischen Normen und Verordnungen entspricht. Um solches Wasser herzustellen, bedarf es keiner aufwendiger Gerätetechnik. Es ist einfach und preiswert mit Hilfe von pulverförmigen Gemischen herstellbar. Die Basissubstanz ist Natriumchlorit, das in Wasser aufgelöst wird. Dann wird  oxidierend wirkendes Salz hinzugefügt. In dem Wasser bildet sich  Chlordioxid. Diese Lösung verdünnt man und kann sie dann anwenden, um das Trinkwasser zu behandeln.
    Die Menschen trinken dann gesundes Wasser. Ich meine: "Ist das Trinkwasser gesund, dann sind oder werden die Menschen gesund!"
    Ob ein derartiges Chlordioxidwasser gegen Malaria wirkt, weiß ich noch nicht genau. Im Blog wird über Erfolge in Uganda berichtet.
    Der Kampf gegen Malaria wird in Burma entschieden?
    Es wird die Zeit kommen, dass sich die derzeitigen Forscher mit den möglichen Wirkungen von Chlordioxidwasser befassen. Oder tun sie das bereits, ohne darüber zu sprechen?
    Etwa wie bei Ebola?

    Ich schreibe jedenfalls die Malariachrononolgie weiter. So eine Chronik ist zumindest von historischen Interesse, wenn sich kommende Generationen mit der Medizingeschichte befassen. Vielleicht leben diese kommenden Wissenschaftler in einer Welt, die nicht nur vom Profitstreben beherrscht wird.

    Alles Gute!

    Wolfgang Storch




    http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Der-Kampf-gegen-Malaria-entscheidet-sich-in-Burma/story/25928478

    Der Kampf gegen Malaria entscheidet sich in Burma

    ReportageTrotz grosser Fortschritte im Kampf gegen Malaria starben letztes Jahr über eine halbe Million Menschen an der Tropenkrankheit. Der Erreger entwickelt zunehmend Resistenzen gegen das wichtigste Medikament.


    Stechmücken der Gattung Anopheles gambiae: Diese Art gehört zu den gefährlichsten Überträgern von Malaria. Foto: Keystone
    Stechmücken der Gattung Anopheles gambiae: Diese Art gehört zu den gefährlichsten Überträgern von Malaria. Foto: Keystone

    François Nosten erforscht die Geheimnisse des tödlichen Malariaerregers nun schon seit mehr als dreissig Jahren. Aber der Tropenmediziner ist immer noch nicht schlau aus ihm geworden. «Wir wissen viel zu wenig über den Parasiten. Wie er sich verändert. Wann er das tut und warum.» Deshalb ist der Einzeller, der durch Moskitostiche übertragen wird, nur schwer zu besiegen. Malaria tötete im vorigen Jahr mehr als eine halbe Million Menschen, die meisten ­waren Kinder in Afrika.
    Zwar hat es zuletzt auch ermutigende Meldungen gegeben. Die Zahl der Todesfälle ist vielerorts zurückgegangen. ­Manche Länder, zum Beispiel Vietnam, ­haben den Parasiten schon fast besiegt. Doch jetzt ziehen neue Gefahren auf. Spezialisten warnen, dass viele Fortschritte wieder zunichtegemacht werden könnten. Das Schreckgespenst der Anti-Malaria-Strategen heisst: Resistenz.
    Wer diesem Feind auf die Spur kommen will, reist nicht nach Afrika, sondern nach Südostasien. Dort dürfte sich bald entscheiden, ob Malaria in den Griff zu bekommen ist oder nicht. ­Forscher François Nosten und andere Experten befürchten, dass Millionen Menschen sterben werden, wenn es nicht gelingt, Resistenzen gegen das Malaria­mittel Artemisinin in Ländern rund um den Mekong zu bekämpfen.
    Wirkung lässt nach
    Erkundungen in Min Saw, im äus­sersten Osten von Burma: Um von der Hauptstadt Rangun in dieses Dorf nahe der thailändischen Grenze zu gelangen, ist man fast zwei Tage unterwegs. Zuerst mit dem Auto, dann im Einbaum über einen schlammigen Fluss und schliesslich auf dem Anhänger eines alten Traktors, der zwischen Reisfeldern entlangholpert.
    Min Saw ist die Welt des Bauern Ka Nar Lar. An einem schwülen Nachmittag hat er unter dem Dach einer stroh­gedeckten Pfahlhütte Schatten gefunden und beginnt zu erzählen: Schon fünf- oder sechsmal hat ihn das Fieber so schwer erwischt, dass er Pillen gegen Malaria nehmen musste. Jedes Mal ist er bisher wieder auf die Beine gekommen. Nur dass es zuletzt doch länger gedauert hat als in früheren Jahren.
    Diese Geschichte aus Min Saw klingt zunächst wenig bedrohlich. Der Bauer mit der breiten Zahnlücke sagt: «Ich fühle mich gut.» Doch genau darin liegt die Tücke. Wenn Malaria im Blut nachgewiesen ist und sich die Behandlung länger als drei Tage hinzieht, gilt dies unter Medizinern als Indiz für Resistenzen. In diesen Fällen wirkt die derzeit wichtigste Waffe im Kampf gegen den Parasiten – Artemisinin – nicht mehr so schnell und gut wie früher.
    Ausbreitung nach Afrika
    Der Wirkstoff wird aus dem in China wachsenden Beifussgewächs Artemisia gewonnen. Ohne ihn hätten Millionen Menschen in Afrika kaum überlebt. Eine Alternative ist nicht in Sicht. Wenn die Staaten nicht handeln, ist damit zu rechnen, dass die Resistenzen immer stärker werden, bis das Medikament gegen ­bestimmte Stämme gar nicht mehr zu gebrauchen ist. Schon gab es im Kampf gegen Malaria herbe Rückschläge, weil der Einzeller Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe entwickelte.
    Wie viel Zeit im Falle der Artemisinin-Resistenzen noch bleibt, weiss niemand. Doch Experten mahnen zur Eile. «Wir wollen keinesfalls erleben, dass Artemisinin-resistente Malaria über Indien bis nach Afrika springt», sagt der Epidemiologe Eisa Hamid, der für die Vereinten Nationen in Burma arbeitet. Was der ­Erreger in Afrika anrichtet, kennt er seit seiner Kindheit, der Mediziner stammt aus dem Sudan, wo Malaria noch stärker wütet als in anderen afrikanischen ­Regionen.
    Es gibt viele Wege, die von Südostasien nach Afrika führen. Der Parasit kann im Blut eines Geschäftsreisenden den Indischen Ozean überqueren – oder er kann mit einem Blauhelmsoldaten reisen, der in einer UNO-Friedensmission dient. Verbreiten sich resistente Stämme des Krankheitserregers Plasmodium falciparum über die Kontinente, dürfte dies erneut millionenfachen Tod in den Tropen bedeuten, solange keine neuen Medikamente verfügbar sind. Trotz der hohen Opferzahlen forscht die Pharmaindustrie über Malaria vergleichsweise wenig. Das grosse Geld ist in armen Ländern nicht zu verdienen. So dürfte es dauern, bis neu entwickelte Medikamente verfügbar sind.
    Gefahr trotz weniger Toter
    Wie aber lässt sich die Gefahr der Resistenzen eindämmen? Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria will das Problem grenzübergreifend angehen, er steckt 100 Millionen Dollar in ein Gesundheitsprogramm, das neben Burma auch Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam erfasst. In jedem dieser Länder wurden Indizien für Artemisinin-Resistenzen entdeckt.
    Aber es sind schwierige Fronten, gerade weil es so viele Geschichten wie die des Reisbauern Ka Nar Lar gibt. «Hier wird nicht mehr in Massen gestorben», sagt der Franzose Nosten, der auf der thailändischen Seite der Grenze arbeitet. «Es ist schwer, zu vermitteln, dass gerade dort eine globale Gefahr drohen soll, wo die Zahl der Malariatoten so stark zurückgegangen ist.»
    Wie die Resistenzen genau entstehen, ist laut Nosten noch nicht ausreichend erforscht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt verschiedene Faktoren, dazu gehören eine falsche oder unzureichende Einnahme der Medikamente sowie gefälschte oder mangelhafte Präparate, die auf den Markt gelangen. Sie enthalten oft zu wenig Wirkstoff und tragen dazu bei, dass sich der Parasit gegen künftige medizinische Attacken besser wappnen kann.
    Um möglichst sicherzugehen, dass ein Medikament alle Parasiten im Blut abtötet, kombiniert man Artemisinin mit einem weiteren Malariawirkstoff. Der erste tötet viele Einzeller in kurzer Zeit. Was dann noch übrig bleibt, wird vom zweiten Mittel erledigt. Diese sogenannte Kombinationstherapie sollte immer eingehalten werden, aber das ist nicht der Fall. Monotherapien, die nur einen Wirkstoff enthalten, sind in Asien noch weitverbreitet. Und die Folgen bleiben nicht aus. «Artemisinin ist nicht mehr so wirksam wie in den Neunzigerjahren», beobachtet Nosten. «Heute dauert es manchmal bis zu sechs Tage, bis unter dem ­Mikroskop keine Parasiten mehr zu finden sind. Sie haben sich verändert.»
    Dennoch kommen Patienten mit der Kombinationstherapie immer noch auf die Beine. So fällt es Experten schwer, die Dimension der Gefahr zu vermitteln. Es liegen eben keine sterbenden Menschen auf den Strassen, deren Bilder vom Unheil künden.
    In Burma ist alles noch ein wenig komplizierter, weil es neben dem Kampf gegen Malaria noch andere Fronten gibt. Das Dorf Min Saw liegt in Kayin State, wo ethnische Minderheiten wie die Karen jahrzehntelang gegen die Armee der herrschenden Junta kämpften. Die Eindämmung von Malaria hatte keinen ­Vorrang. Inzwischen herrscht eine ­Waffenruhe, was die Lage verändert. Aber es ist immer noch schwer für die Gesundheitsdienste, alle Menschen und Dörfer zu erreichen, die oft mehrere Tage Fussmarsch vom nächsten grösseren Ort entfernt liegen.
    Flächenbombardement
    Ausserdem suchen in diesen Gegenden Wanderarbeiter ihr Glück, sie überschreiten Grenzen, sie schuften wochenlang in abgelegenen Wäldern oder Plantagen, um Holz zu schlagen. Sie in die Anti-Malaria-Pläne einzubeziehen, ist aufwendig. Aber vielleicht bietet ja ­gerade der gemeinsame Kampf gegen die Krankheit auch eine Möglichkeit, Vertrauen zwischen der Zentralregierung in Rangun und den ethnischen Minderheiten im Osten zu schaffen. Darauf jedenfalls hofft Ed Marta, Arzt und ­Gesundheitsbeauftragter der Karen ­National Union. Deren bewaffneter Arm bekämpfte lange die Junta. «Wir konnten früher nicht miteinander reden, wir ­waren Feinde. Wir haben uns gegen­seitig getötet», sagt der 70-Jährige, der zur Minderheit der Karen gehört. Marta kehrte erst kürzlich aus dem Exil in den USA in seine Heimat zurück. Burma hat sich geöffnet und Reformen angeschoben. «Jetzt haben wir eine Chance zu ­kooperieren», sagt der Arzt.
    Daten über das Ausmass von Malaria und mögliche Resistenzen zu sammeln, ist in diesen Gegenden besonders ­mühsam. Dennoch gilt Malariaexperten gerade der Osten Burmas als wichtige Front, um der Ausbreitung von Resistenzen entgegenzuwirken. Der Globale Fonds setzt auf ein wachsendes Netz aus geschulten Freiwilligen, die Schnelltests an Patienten durchführen, Moskitonetze verteilen und die richtigen Therapien verordnen. Aber das allein dürfte kaum reichen, deshalb werden auch andere Methoden getestet.
    «Flächenbombardement» nennt das der Mediziner Attila Molnar, der für die Vereinten Nationen arbeitet und einen Teil des Anti-Resistenz-Programms umsetzt. Dass der Ungar einen kämpferischen Vornamen besitzt, passt zur ­Aufgabe. Ziel ist es, die resistenten ­Malariaparasiten, wo sie entdeckt werden, möglichst komplett zu eliminieren. Dafür sollen nun in Pilotprojekten nicht nur einzelne Erkrankte, sondern möglichst alle Dorfbewohner, ob krank oder gesund, Malariamedikamente einnehmen. So können die Mediziner Plasmodium falciparum auf ganzer Front attackieren, solange die Mittel gegen den ­Parasiten noch wirken. «Wenn er erst einmal komplett resistent ist, haben wir den Krieg verloren», sagt der Ungar.
    Die Regierung von Burma hat für diesen Plan bereits eine «ethische Genehmigung» erteilt, dennoch ist es nötig, dass jeder Einzelne der Einnahme auch zustimmt. Ob dieser Schritt gelingt, weiss derzeit niemand. «Aber wir haben keine Alternative», sagt Tropenmediziner Nosten. «Nichtstun ist die schlechteste Variante.»