Donnerstag, 31. Juli 2014

Erster Malaria-Impfstoff ist fertig

http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_70450364/malaria-impfung-bald-moeglich-erster-impfstoff-wartet-auf-zulassung.html

Tropenkrankheit
Erster Malaria-Impfstoff ist fertig

30.07.2014, 14:38 Uhr | vdb
Erster Malaria-Impfstoff ist fertig. Malaria tötet jährlich 800.000 Menschen. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat die Zulassung für den weltweit ersten Impfstoff beantragt.  (Quelle: dpa)
Malaria tötet jährlich 800.000 Menschen. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat die Zulassung für den weltweit ersten Impfstoff beantragt. (Quelle: dpa)
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Hoffnung im Kampf gegen Malaria: Der weltweit erste Impfstoff, Mosquirix (RTS,S), könnte im Jahr 2015 zugelassen werden. Laut einer im Fachmagazin "PLOS Medicine" veröffentlichten Studie konnten mit ihm die Malaria-Erkrankung bei 800 von 1000 Kindern verhindert werden. Durchgeführt hatten die Tests Experten von der St. George's University of London.
Bei andauernden Tests hielt der Schutz gegen Malaria bis zu 18 Monate nach der Impfungvor. Der Pharmariese GlaxoSmithKline (GSK) hat nun bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur die weltweite Zulassung des Impfstoffes beantragt. RTS,S ist bislang der erste Impfstoff gegen Malaria, der es bis zu dieser Phase geschafft hat. RTS,S wurde von von GSK gemeinsam mit der gemeinnützigen PATH Malaria Vaccine Initiative (deutsch: Malaria-Impfstoff-Initiative) entwickelt. Sie wird von der Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung finanziert.

Malaria-Fälle bei Kindern um die Hälfte verringert

Weltweit sind Millionen Menschen von Malaria betroffen. Rund 800.000 Menschen sterben jährlich an der von Mücken übertragenen Krankheit. Am häufigsten betroffen sind Kinder unter fünf Jahren aus Regionen südlich der Sahara.
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Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: ZALF)
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: Jochen Lübke/dpa)
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus
Dengue-Fieber: Die Asiatische Tigermücke wird seit etwa 30 Jahren zunehmend auch außerhalb Asiens heimisch.  (Quelle: Stephan Jansen/dpa )
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: ZALF)
Exotische Mücken breiten sich in Deutschland aus  (Quelle: ZALF)
Diese Stechmücken breiten sich in Deutschland aus
Für die Studie wurden 1500 Babys und Kinder mit RTS,S geimpft. 18 Monate nach der letzten Injektion hatte sich die Zahl der Malaria-Fälle bei kleinen Kindern fast um die Hälfte verringert. Bei Babys, die im Alter von sechs bis zwölf Wochen geimpft wurden, traten ein Viertel weniger Malaria-Erkrankungen auf.

Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz

Die Wirkung des Impfstoffes scheint mit der Zeit nachzulassen. Dennoch geht die Studie davon aus, dass er in Regionen mit verbreiteter Malaria die größte Auswirkung haben dürfte. Besonders in einigen kenianischen Städten zeigte die Studie hierfür gute Ergebnisse. Besonders in Kombination mit anderen Maßnahmen wie Moskitonetzen und Insektensprays könnte der Impfstoff zu einem großen Fortschritt im Kampf gegen Malaria führen. "Obwohl der Impfstoff keinen hundertprozentigen Schutz, bietet, könnte er in sehr stark betroffenen Regionen große Auswirkungen haben", sagt Brian Greenwood von der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

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Bei einer Infektion mit Malaria kommt es meist zu einem drei Tage andauernden Fieber. Währenddessen leiden die Patienten unter Schüttelfrost, dem Gefühl quälender Hitze, Übelkeit und Erbrechen. Komplikationen treten besonders häufig bei Kindern auf. Zu ihnen zählt besonders eine Beeinträchtigung der Nieren. Komplikationen können aber auch in Form von Funktionsstörungen anderer Organe wie Lunge oder Gehirn auftreten und tödlich enden. Die Inkubationszeit von Malaria beträgt zwischen 16 und 50 Tagen. Somit ist sie im Vergleich zu anderen Tropenkrankheiten recht lang.

Uni-Basel-Forscher richten Malaria-Testzentrum in Afrika ein- Keine Freiwilligen müssen sich stechen lassen!

http://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/uni-basel-forscher-richten-malaria-testzentrum-in-afrika-ein-128214599

Uni-Basel-Forscher richten Malaria-Testzentrum in Afrika ein

Malaria-Überträger: Die Anopheles-Mücke (Archiv)
Malaria-Überträger: Die Anopheles-Mücke (Archiv)
Quelle: Keystone
Um Malaria-Impfstoffe zu testen, mussten sich Freiwillige bisher von infizierten Mücken anstecken lassen. Nun haben Forscher des Tropeninstituts der Uni Basel in Tansania mitgeholfen, ein Zentrum für Tests ohne Mückenstiche aufzubauen.
Um die Wirksamkeit von Malaria-Impfstoffen zu testen, lassen sich Freiwillige von infizierten Mücken stechen, anstecken und danach mit Medikamenten behandeln. Nun ist mit Unterstützung von Schweizer Forschern in Tansania ein Zentrum für Tests ohne Mückenstiche eingerichtet worden.
Dies werde die Entwicklung eines Impfstoffes und neuer Medikamente gegen Malaria beschleunigen, hiess es in einer Mitteilung der Universität Basel vom Mittwoch. Bisher waren Tests für Malaria-Impfstoffe unter kontrollierten Bedingungen nur in speziellen Einrichtungen in Europa und den USA möglich.
In einem Artikel im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" beklagen die Wissenschaftler, dass lange ignoriert worden sei, dass Impfstoffe und Medikamente dort entwickelt werden sollten, wo sie verwendet werden. Oft sei behauptet worden, man könne in Afrika die nötigen klinischen und ethischen Standards nicht einhalten.
Nun haben die Wissenschaftler des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel, des Ifakara-Health-Instituts in Tansania und Partnerorganisationen in Tansania ein Impfstoff-Prüfsystem nach internationalen ethischen wie biomedizinischen Richtlinien etablieren können.
Dabei verwenden sie ein vom US-Unternehmen Sanaria hergestelltes Produkt aus gereinigten Sporozoiten, der infektiösen Form des Malaria-Erregers. Damit könne in Zukunft auf infektiöse Stiche der Moskitos verzichtet werden.
(sda)

Mittwoch, 16. Juli 2014

Warren Buffett: Milliarden gegen „das gefährlichste Tier der Welt“

http://www.format.at/articles/1429/931/376790/warren-buffett-milliarden-das-tier-welt

Warren Buffett: Milliarden gegen „das gefährlichste Tier der Welt“

Warren Buffett: Milliarden gegen „das gefährlichste Tier der Welt“

  • Warren Buffett spendet 2,8 Milliarden Dollar an diverse Stiftungen und mehrere gemeinnützige Organisationen. 2,1 Milliarden gehen in den Kampf gegen Malaria
Warren Buffett spendet wieder einmal Milliarden. Der Großteil der Spenden geht an die Stiftung seines Freundes Bill Gates, die sich mit der Bill & Melinda Gates Foundation unter anderem die Ausrottung von Malaria zum Ziel gesetzt hat. Das restliche Geld bleibt in diversen Wohltätigkeits-Organisationen innerhalb seiner Familie.

Der Multimilliardär und Star-Investor Warren Buffett zieht erneut die Spendierhosen an: 2,8 Milliarden Dollar seines Vermögens gibt der 83jährige in Form von Aktien seiner Investmentholding Berkshire Hathaway an mehrere gemeinnützige Organisationen. 

Das Vermögen bleibt allerdings im engeren Familien- und Bekanntenkreis: Der Großteil der Spende – 2,1 Milliarden Dollar – geht an die Bill & Melinda Gates Foundation

Stiftung des ehemaligen Microsoft-Chefs Bill Gates; das restliche Geld verteilt sich zu etwa gleichen Teilen an die Stiftungen seiner drei erwachsenen Kinder und an seine eigene Stiftung.

Dienstag, 8. Juli 2014

Licht und Schatten auf dem Weg zu Milleniumszielen

http://www.welt.de/newsticker/news1/article129898728/Licht-und-Schatten-auf-dem-Weg-zu-Milleniumszielen.html

Licht und Schatten auf dem Weg zu Milleniumszielen

UNO: Zielmarken bei Hunger und Krankheiten erreichbar
Kinder auf den Philippinen spielen im Schmutz
Foto: AFP/ArchivKinder auf den Philippinen spielen im Schmutz
Die Vereinten Nationen sehen die internationale Gemeinschaft bei den sogenannten Millenniumszielen zur Bekämpfung von Hunger, Krankheiten und Armut auf einem guten Weg. Bei der Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und bei der Behandlung von HIV seien die im Jahr 2000 gesteckten Ziele innerhalb der gesetzten Frist erreichbar, heißt es in einem in New York von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegten Zwischenbericht. Auch die Zielmarke bei der Bekämpfung des Hungers ist demnach in Reichweite, in anderen wichtigen Bereichen wird das Ziel aber klar verfehlt.
Schlaganfall-Studie
Sind Sie für eine Forschungsstudie geeignet? Hier erfahren Sie mehr.www.clinlife.de/Schlaganfall-Studie
Die zur Jahrtausendwende vereinbarten Millenniumsziele sehen bis zu Ende 2015 im Vergleich zum Ausgangsjahr unter anderem eine Halbierung der Zahl der Hungernden und der Armen, eine Absenkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel und einen Stopp der Ausbreitung von Aids vor.
Während die Ziele in einigen Bereichen erreicht werden können, werden viele andere wohl nicht geschafft. So wurde die Kindersterblichkeit dem neuen UN-Report zufolge lediglich halbiert, zumal weiterhin Hunger grassiert. Rund 162 Millionen Kinder sind demnach weltweit chronisch unterernährt. Die Verfasser des Berichts zählten zudem im vergangenen Jahr fast 300.000 Frauen, die während ihrer Schwangerschaft oder Geburt starben. Vorsorgeuntersuchungen hätten die allermeisten Todesfälle demnach verhindern können.
Ebenfalls hinter den Zielen zurück liegt die Weltgemeinschaft dem Bericht zufolge beim verbesserten Zugang zu Sanitäranlagen. Den Vereinten Nationen zufolge haben eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Toiletten. Dadurch seien sie nicht nur Infektionskrankheiten ausgesetzt sondern würden auch als Menschen herabgewürdigt.
Zu den positiven Entwicklungen zählen die Vereinten Nationen den Schuldenrückgang der Entwicklungsländer um 75 Prozent seit dem Jahr 2000. Zudem lägen die Zölle für Exporte aus Entwicklungsländern in Industrienationen auf einem Rekordtief. Lobend hebt der Bericht auch das Allzeithoch bei den Geldern für Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit hervor. Die Staatengemeinschaft brachte demnach im vergangenen Jahr rund 99,2 Milliarden Euro für die Entwicklungsländer auf. Zugleich floss aber weniger dieser Gelder an die ärmsten Länder.
Zu den erreichten Zielen zählt der Bericht die Reduzierung der Armut, den verbesserten Zugang zu Trinkwasser, bessere Lebensbedingungen für Slumbewohner sowie die Erhöhung des Mädchenanteils in Grundschulen. Die Staatengemeinschaft arbeitet derzeit an einem Nachfolgeprogramm der Millenniumsziele für die Zeit nach 2015, den sogenannten Nachhaltigen Entwicklungszielen.

"THAILAND: DAS GESUNDHEITSMINISTERIUM WARNT VOR DER GEFÄHRLICHEN TROPENKRANKHEIT MALARIA. "

http://www.ad-hoc-news.de/malaria-breitet-sich-aus--/de/News/37744233

"THAILAND: DAS GESUNDHEITSMINISTERIUM WARNT VOR DER GEFÄHRLICHEN TROPENKRANKHEIT MALARIA. "

Malaria breitet sich aus
THAILAND: Das Gesundheitsministerium warnt vor der gefährlichen Tropenkrankheit Malaria. Von Januar bis zum 13. Juni sind landesweit 11.036 neue Krankheitsfälle festgestellt... weiterlesen ...

Kommt die Fußballsteuer als Bundesliga-GEZ?weiterlesen ...
Dazu schreibt webnews.de weiter: Erst seit zwei Jahren gilt er von der Tropenkrankheit Bilharziose als geheilt. In dieser Saison hatte Chris Froome weitere gesundheitliche weiterlesen ...
nw-news.de weiter: Leeds/Berlin - Kerngesund ist irgendwie anders. Christopher Froome, der sich am 27. Juli nach der größtmöglich denkbaren Anstrengung im Sport zum zweiten Mal zum Sieger der Tour de France krönen lassen will, verwaltet eine dicke Krankenakte. 2010 erkrankte der in Kenia geboren Radprofi an der Tropenkrankheit Bilharziose. Ein Saugwurm hatte sich in seiner Leber festgesetzt. 18 Monate später galt der spindeldürre Kletterkünstler als geheilt und setzte zu seinem Höhenflug im Radsport an: weiterlesen ...
Artikel von dpa.de: Leeds/Berlin (dpa) - Kerngesund ist irgendwie anders. Christopher Froome, der sich am 27. Juli nach der größtmöglich denkbaren Anstrengung im Sport zum zweiten Mal zum Sieger der Tour de France krönen lassen will, verwaltet eine dicke Krankenakte. weiterlesen ...
Dazu schreibt www.pnn.de: Das lockt Mücken an, die den Erreger verbreiten. Besonders intensiv ist der Duft einige Tage nach der Infektion, zeigen Versuche an Mäusen. weiterlesen ...
Dazu schreibt n-tv.de: Moskitos stechen bevorzugt Lebewesen, die mit dem Malaria-Virus infiziert sind. Die Infektion verändert das Duftprofil des Wirtes und macht ihn besonders attraktiv für die Blutsauger. weiterlesen ..


Körpergeruch verrät TropenkrankheitMoskitos fliegen auf Malaria

Moskitos stechen bevorzugt Lebewesen, die mit dem Malaria-Virus infiziert sind. Die Infektion verändert das Duftprofil des Wirtes und macht ihn besonders attraktiv für die Blutsauger.
Moskitos fliegen eher auf den Duft von malariainfizierten Mäusen als auf den Geruch von gesunden Nagern. Forschungen zeigen, dass der Körpergeruch der Tiere verrät, ob sie an der Tropenkrankheit leiden. Sehr attraktiv seien die kranken Mäuse dann, wenn ihr Blut besonders infektiös ist. Das berichten Insektenforscher in der Fachzeitschrift "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").
Nach Ansicht der Experten beeinflussen die einzelligen Malaria-Parasiten das Duftprofil ihres Wirts vermutlich, damit die Überträger-Mücken zur besten Zeit angelockt werden und sich die Malaria leichter ausbreiten kann. Diesen Effekt könnte es möglicherweise auch bei infizierten Menschen geben.
Das Team um Mark C. Mescher von der Pennsylvania State University hatte in einem Experiment Stechmücken-Weibchen in einen kleinen Windkanal gesetzt und dann beobachtet: Fliegen die Moskitos gegen den Luftzug, hin zu einer der zwei Kammern am Anfang des Windkanals? Und stechen sie dort in ein Stück Stoff, die die Kammern vom Windkanal trennt?
In der einen Kammer saß eine gesunde Maus; in der anderen Kammer befand sich eine Maus, die absichtlich mit dem Erreger der Nagetier-Malaria, Plasmodium chabaudi, infiziert worden war. Diese Versuche wurden rund sechs Wochen lang fast täglich wiederholt. Das Ergebnis: Die Stechmücken fanden die kranken Mäuse attraktiver, und zwar besonders im Zeitraum 10 bis 20 Tage nach der Infektion.

Gametozyten sind verantwortlich

In einem anderem Experiment brachte das Team um Mescher, der auch an der ETH Zürich in der Schweiz arbeitet, nur bestimmte Luftproben in den Windkanal ein: In einer Kammer waren die Ausdünstungen von sechs Mäusen, die einen Tag vor der Infektion mit Malaria gesammelt worden waren; in der anderen Kammer waren die Ausdünstungen der selben Mäuse, die sie nach der Erkrankung abgesondert hatten. Auch hier wurden die Stechmücken vor allem von jenem Duft angelockt, den die Mäuse 13 bis 20 Tage nach der Malaria-Infektion verströmten.
In dieser Phase befanden sich besonders viele sogenannte Gametozyten im Blut der Mäuse, stellten die Forscher mit Blutproben fest. Gametozyten sind eine wichtige Form des Malaria-Erregers: Wenn eine Stechmücke den infizierten Wirt sticht, Blut trinkt und dabei auch Gametozyten aufnimmt, dann kann die Malaria an andere übertragen werden. Ansonsten sterben die Gametozyten, und der Überlebenskreislauf der Parasiten wird unterbrochen.
Bereits eine Studie aus dem Jahr 2005 hatte gezeigt: Kenianische Kinder, die Malaria im Gametozyten-Stadium hatten, wurden öfter von Moskitos gestochen als Kinder, die in einem anderen Stadium krank waren oder gar keine Malaria hatten. Den Grund fand man damals nicht heraus - aber wohl jetzt: Die Ausdünstungen des Körpers ändern sich im Laufe der Erkrankung. Mit Hilfe von Gas-Chromatografie haben die Forscher den Mäuse-Malaria-Duft untersucht und vier entscheidende Substanzen ausgemacht: 3-Methyl-Buttersäure, 2-Methyl-Buttersäure, Hexansäure und Tridecan.
Quelle: n-tv.de , lsc/dpa

Freitag, 27. Juni 2014

Selbsternannte Wunderheiler setzen Geld vor Gesundheit

http://www.fnp.de/rhein-main/Selbsternannte-Wunderheiler-setzen-Geld-vor-Gesundheit;art801,913136

Alternativmedizin-SzeneSelbsternannte Wunderheiler setzen Geld vor Gesundheit


Es sieht aus wie ein harmloses Wässerchen, enthalten ist aber hochgiftiges Chlordioxid. Ali Erhan und andere selbst ernannte Gesundheitsapostel wollen damit alles Mögliche kurieren: Sogar Krebs. Die Gesundheitsbehörden in Hessen sind alarmiert. Doch die Anhänger lassen sich nicht beirren.
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Frankfurt. 
Schon die Bezeichnung müsste stutzig machen: MMS steht für „Miracle Mineral Supplement“ (Mineral-Wundermittel). Doch weder sind Mineralien enthalten noch kann es Wunder bewirken. Dahinter verbirgt sich, wovor Gesundheitsbehörden auf aller Welt, seit dieser Woche auch in Hessen warnen: Es handelt sich um Natriumchlorit. Eine scharfe Chemikalie, die üblicherweise als giftig und brandfördernd eingestuft wird.
Das "Miracle Mineral Supplement" (MMS) wird über das Internet verkauft. (Screenshot: Google)/rhein-main/Selbsternannte-Wunderheiler-setzen-Geld-vor-Gesundheit;art801,913136Das "Miracle Mineral Supplement" (MMS) wird über das Internet verkauft. (Screenshot: Google)
Versetzt man diese mit einer Säure, dann entsteht Chlordioxid – ein Bleich- und Desinfektionsmittel, das industriell zum Beispiel in Schwimmbädern eingesetzt wird. Unverwechselbar ist der stechende Chlorgeruch. Einige Tropfen täglich davon selbst verabreicht, soll es alle möglichen Krankheiten kurieren können, behauptet eine Bewegung in der Alternativmedizin-Szene. Es helfe bei Grippe, Fußpilz, Herpes, Blasenbeschwerden und vielem mehr. Sogar Krebs, Aids und Malaria könne es heilen – bis hin zu Autismus bei Kindern. Tausende vertrauen darauf. Weil sie auf Gesundheit hoffen. Kongresse und Seminare in ganz Deutschland, auf denen die angeblich bahnbrechende Alternative zur Schulmedizin angepriesen wird, haben großen Zulauf.
Dabei handelt es sich eindeutig nicht um ein Medikament. Es ist nicht geprüft, und es ist nicht zugelassen. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Nachweise für eine heilende Wirkung. Der Handel mit der ätzenden Flüssigkeit zum Zwecke der medizinischen Behandlung von Krankheiten ist daher strafbar. Die Behörden, allen voran das Bundesamt für Risikobewertung, haben vor der Einnahme des ätzenden Gemischs schon länger gewarnt.

In Ländern verboten

MMS ist in anderen Ländern Europas ebenso verboten. In Kanada und den USA raten die Gesundheitsbehörden von der Verwendung ab. Es berge „erhebliche Gesundheitsgefahren“. Schwere Darminfektionen habe es nach der Einnahme gegeben. Es kann zu Verätzungen der Haut und Schleimhäute kommen. Fälle von Schmerzen, Erbrechen und Durchfall wurden gemeldet. Die Langzeitschäden bei längerer Einnahme seien nicht abzuschätzen. In Deutschland ermittelte Ende 2010 in Oberbayern die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt, der MMS an seine Patienten verkaufte. In dieser Woche hat auch das Regierungspräsidium Darmstadt eine Warnung vor dem angeblichen Wundermittel gegen Krebs und Co. herausgegeben.

Entsetzen: Pures Gift

Apothekerin Dr. Margarethe Kraus, die im Regierungspräsidium für die Überwachung von Arzneimitteln, den Vertrieb und die Hersteller in Hessen zuständig ist, zeigt sich entsetzt: „Das ist pures Gift. Niemand käme ja auch nicht einfach auf die Idee, irgendeine Bleiche zu trinken.“ So lange MMS nicht verkauft werde, liege keine Straftat vor. Höchstens eine Ordnungswidrigkeit bei Verstoß gegen das Arzneimittelwerbegesetz. Man könne nur an den gesunden Menschenverstand appellieren bei diesem fragwürdigen „Produkt“, das gerade dabei ist, zum letzten Schrei in der Pseudo- und Alternativmedizin zu werden – ein Trend, den man offenbar in Frankfurt gerne aufgreift.
Aufmerksam wurde das Regierungspräsidium auf MMS nach Bekanntwerden einer Veranstaltung, die kommenden Freitag (4. Juli), im Frankfurter „Finkenhof“ stattfinden soll. Bürger hatten darauf hingewiesen. Für den „Frankfurter Ring“, einen Verein, der nach eigenen Angaben Autoren, Therapeuten und Heiler, Wissenschaftler und Künstler „aus aller Welt“ zu Vorträgen und Workshops einlädt, soll Ali Erhan über Wirkunsweise und Anwendungsmöglichkeiten der „genialen Substanz“ MMS referieren. Ali Erhan wird auf der Internetseite des Vereins vorab als einer der „wichtigsten Insider der MMS-Bewegung“ angekündigt.
Der Mann, der kein Arzt, sondern Maschinenbauer mit Diplomabschluss ist, verweist selbst auf die „Ausbildung“ beim US-Amerikaner Jim Humble, der den Stoff MMS in den 90er Jahren entdeckt und damit angeblich Zehntausende Afrikaner von Malaria geheilt haben soll.

Jim „Bischof“ Humble

Humble, der ebenfalls medizinischer Laie ist, war Ingenieur, Autor für Computerhandbücher und Gründer einer pseudoreligiösen Gemeinschaft. Seit einigen Jahren nennt er sich auch „Bischof James“ und tourte ebenfalls bereits auf Vortragsreisen durch Deutschland. Vorgestellt wurde dabei auch eine zweite, gefährliche Substanz, die „Schwarze Salbe“ genannt wird und bei Patienten mit Haut- und Brustkrebs angewendet werden soll. In der Salbe ist Zinkchlorid enthalten. Zinkchlorid ist ebenfalls eine aggressive Chemikalie, die zu Hautschäden führt und in Deutschland genauso verboten ist wie MMS, das hauptsächlich übers Internet – deklariert als Desinfektionsmittel – bestellt werden kann.
Dass bei Humble und Ali Erhan mit der brutalen chemischen Keule offenbar die Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen in Kauf genommen wird, ist kein Hinderungsgrund für den „Fankfurter Ring“, Erhan auftreten zu lassen – freilich gegen eine Gebühr von 290 Euro für die zwei Seminartage. Jeder solle sich seine eigene Meinung bilden können, sagt die Vereinsvorsitzende Brita Dahlberg. Im Übrigen habe man in ihrem Bekanntenkreis, zu dem auch Ärzte gehörten, nur positive Erfahrungen mit MMS gemacht. Und die Warnungen der Behörden? „Beruhen auf Missverständnissen“, sagt Dahlberg.
Es wird auf einen Link zum Herunterladen einer Info-Broschüre zu MMS auf der Vereins-Homepage hingewiesen. Vorsorglich hat man dort auch deutlich gemacht, dass der Verein in „keiner Weise mit den Herstellern oder Anbietern von MMS-Produkten verbunden“ ist und MMS-Produkte „nicht zum Kauf angeboten werden“. Womöglich im Wissen, dass man auch im Frankfurter Polizeipräsidium und dem Ordnungsamt schon hellhörig geworden ist.